Leadership

Impuls: Nicht zu entscheiden ist die größte Fehlentscheidung

13. April 2015

Entscheidungen geben die Richtung vor. Sie sind Kompass auf hoher See. Wer nicht entscheidet erleidet Schiffbruch. Das ist einer der Gründe, warum nicht jeder von heute auf morgen Chef sein kann, Chef sein will: Die Angst vor Fehlentscheidungen.

Entscheiden ist eine Aufgabe. Wie andere verlangt sie Fähigkeiten. Und Entscheiden ist Charaktersache. Viele Führungskräfte, die einst „plötzlich Chef“ wurden, oft weil sie einst die besten Fachexperten waren, sollten überprüfen ob sie eine Leidenschaft für Entscheidungen haben. Fühlt eine Führungskraft sich unwohl bei der Tätigkeit „Entscheidungen treffen“, so wird sie die Tätigkeit immer hinter anderen Tätigkeiten anstellen. Der Effekt ist fatal für jede Organisation, bedeutet er doch Führungslosigkeit und Navigationsunfähigkeit. Das Riff kommt schneller näher als man denkt.

 

Die garantiert schlechteste Entscheidung ist es, nicht zu entscheiden.

 

Hilfe, die Entscheidung ist zu komplex! Wie soll ich ihre Auswirkungen kennen?

Am Ende jeder Entscheidung steht ein JA oder NEIN. So etwas wie VIELLEICHT existiert nicht als Option. Ist es wirklich so einfach? Ja!

Denn ist eine Entscheidungsvorlage nicht mit JA oder NEIN zu beantworten, enthält sie zu viele Komponenten. Dies ist aus meiner Sicht die Hauptursache für Zweifel bei einer Entscheidung. Verlangt wird die eine Entscheidung, vorgelegt wird jedoch oft ein ganzes Paket von Entscheidungen, in sich nicht einmal immer schlüssig. Es gilt also die Devise „Divide & Conquer“. Verlangen Sie „entscheidbare“ Vorlagen, klein genug um mit JA oder NEIN zu antworten. Dies gilt selbstverständlich auch für Sie selbst. Können Sie eine Ihrer Ideen, z.B. eine strategische Ausrichtung, nicht mit JA oder NEIN beantworten, so teilen Sie die Idee solange, bis dies für die Komponenten möglich ist!

 

Clevere Entscheidungen treffen durch Ja-Nein-Entscheidungen

Divide & Conquer bei Entscheidungen. Copyright ©2015, Philipp Kreis.

 

 

Es lässt sich nicht leugnen, dass es bei komplexen Entscheidungspaketen oft genug „ganz oder gar nicht“ Entscheidungen gibt (z.B. „wenn Sie dieses Projekt lancieren, müssen Sie gleichzeitig Herr Müller 1 Jahr dafür abstellen“). Jedoch gibt auch hier die Methode Halt: Können (deutlich) mehr Teilentscheidungen mit JA beantwortet werden, so tendiert die Gesamtentscheidung, ebenfalls zum JA, im Beispiel ein JA für das neue Projekt.

Seien Sie streng. Erlauben Sie nicht, dass Sie alle Konsequenzen selbst erörtern müssen. Durch die Teilung des Problems oder der Entscheidung in Komponenten durch den Mitarbeiter, wird auch auf dieser Ebene so manches antizipiert, was sonst verborgen geblieben wäre. Nutzen Sie diese Chance!

 

Entscheiden Sie. Teilen Sie, bis Sie entscheiden können. Seien Sie so ein verlässlicher Entscheider.

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